Wenn dich Mobbing fertig macht

Biep – Biieep – Biiiiieeeeep

Ein fester Schlag von mir und es herrscht Ruhe.

Fünf Minuten später dasselbe Spiel.

Mein spontaner Gedanke: Ich bringe ihn um.

Solche Gedanken hatte ich früher nicht. Das erschreckt mich.

Seit einem halben Jahr läuft mein Leben aus dem Ruder. Nichts ist mehr wie es einmal war. Meine Attitüde ist ins Wanken geraten und ich kann scheinbar nichts dagegen tun. Mittlerweile hege ich Mordgedanken gegen einen Wecker.

Schrecklich.

Doch ich könnte etwas tun – kündigen.

Aber will ich das?

Hilfe ich werde gemobbt

Du hast einen tollen Job. Die Arbeit macht dir Spaß. Dein Chef ist mit deiner Leistung zufrieden und das Arbeitsklima ist ausgezeichnet. Du verstehst dich gut mit deinen Kollegen und schiebst sogar ab und an freiwillig Überstunden.

Und dann passiert es.

Es ist wie bei einem gut funktionierenden Uhrwerk. Alles läuft einwandfrei, solange, bis sich eine winzige Komponente ändert. Eine Schraube bekommt einen Riss und ab jetzt hakt der kleine Zeiger und quält sich Runde um Runde durch die Zeit.

Anders ausgedrückt: ein neuer, extrem ambitiöser Mitarbeiter fängt in der Firma an. Und diesem Mitarbeiter bist du ein Dorn im Auge.

Warum?

Weiß der Kuckuck warum. Keine Ahnung. Null Plan.

Wahrscheinlich weiß er es selbst nicht einmal.

Dennoch macht dir das Arbeiten ab jetzt keinen Spaß mehr, denn der Neue beherrscht die Kunst des Mobbens.

Was genau bedeutet Mobbing?

Schikanieren, Lästern, Ausgrenzen.

Niemand sollte das erleben, denn….

….Mobbing ist Scheiße.

Es macht dir das Leben zur Hölle und treibt dich an den Rand der Verzweiflung. Du bekommst seelische, wie auch körperliche Beschwerden.

Dir ist morgens schlecht, noch bevor du deinen ersten Kaffee getrunken hast.

Die Null-Bock Phase hat Macht von dir ergriffen.

Du könntest täglich kotzen.

Sich klein und minderwertig fühlen, hilflos und ängstlich oder auch die Angst vor Arbeitsfehlern, sind nur einige Attribute, die Mobbing mit sich bringt.

So die vereinfachte Version.

Fachlich ausgedrückt bedeutet es:

Mobbing ist eine persönlichkeitsschädigende Handlung zwischen zwei oder mehreren Menschen, mit zum Teil verheerenden Folgen. Nicht selten tragen die Opfer psychologisch nachweisbare Traumatisierungen davon.

Überwiegend erfolgt Mobbing am Arbeitsplatz, kann aber auch in verschiedenen anderen Organisationen stattfinden. Nicht selten auch an Schulen.

In der Regel mobben Frauen andere Frauen und Männer eher Männer. Es gehört zur Fürsorgepflicht eines jeden Vorgesetzten Mobbing zu unterbinden, doch nicht alle Vorgesetze haben die Fähigkeit dazu. Es gibt Fälle bei denen mobben sie selbst, oder setzen Mobbing gezielt ein, um Kündigungen zu erleichtern.

Ein mieses Vorgehen.

Solltest du solch einen Vorgesetzten haben, pinkel ihm ans Bein.

7 wertvolle Methoden gegen Mobbing vorzugehen

1) Wehre dich

Auch wenn es dir schwerfällt, lass dir das Handeln des Mobbers nicht gefallen. Setze ihm Grenzen. Weise ihn in seine Schranken. Zeig ihm, dass es so nicht mit dir umspringen kann und dass du dir sein Handeln nicht gefallen lässt.

Stelle ihn bloß.

Kompromittiere ihn im Beisein von anderen. Frage ihn, was genau er mit seinem Verhalten erreichen möchte. Diese Frage setzt ihn unter Druck und er muss sich erklären. Das ist unangenehm für ihn.

Spätestens jetzt wird er merken, dass er es mit einem ebenbürtigen Gegner zu tun hat.

Bestenfalls lässt er dich ab jetzt in Ruhe, schlimmstenfalls wird er noch einen Zahn zulegen.

Deine Körperhaltung ist ein ganz wichtiger Indikator. Mache dich groß. Schaue nicht nach unten, sondern geradeaus. Zeige körperliche Präsenz. Der Mobber muss das Gefühl haben, das er kein Schwächling vor sich hat.

Vermeide Nervosität in Anwesenheit des Mobbers. Damit zeigst du Stärke und gerade die will der Mobber ja untermauern.

Es bedarf einiger Übung, aber du schaffst das.

2) Mache dir Notizen

Halte brenzliche Situationen schriftlich fest. Schreibe alles auf, sei es noch so unbedeutend. Vergiss nicht Ort und Datum zu notieren. Führe ein Mobbingtagebuch. Es gibt dir Sicherheit und anhand dieses Tagebuches kannst du erkennen, ob sich das Mobbing steigert oder weniger wird.

3) Suche die Aussprache mit dem Mobber

Kommunikation ist Beziehung.

In einem Gespräch lässt sich viel klären. Eventuelle Missverständnisse lösen sich innerhalb von Minuten auf.

Bestenfalls.

Oft genug aber bringt auch ein gutgemeintes Gespräch nicht das erhoffte Ergebnis. Dennoch ist eine offene Aussprache immer noch das Beste. Es zeigt deinem Gegenüber deine Bereitschaft, dich nicht kampflos zu ergeben.

Das macht Eindruck.

Mache ihm klar, dass du nicht davor zurückschreckst, dich an höherer Instanz über ihn zu beschweren, sollte sich sein Verhalten nicht ändern.

Vergelte Gleiches nicht mit Gleichen.

Auch wenn du gemobbt wirst, mache nicht dasselbe mit ihm oder ihr. Das bringt nichts!

Im Gegenteil, es verschärft den Konflikt und trägt nicht zur Entspannung bei. Bilde auf keinen Fall eine Gegenpartei. Das schwächt nur deine eigenen Ressourcen.

Sei schlauer als der Mobber.

4) Beschwere dich über das Mobbing bei deinen Vorgesetzten

Als Kind streckten dir deine Freunde die Zunge raus, wenn du gepetzt hast.

Damals war alles einfacher.

Sollte der Mobber sein Verhalten nicht einstellen, gehe zu deinem Vorgesetzten und berichte ihm von deiner Situation. Sollte er selbst der Mobber sein, kannst du dich an den Betriebsrat oder die Gewerkschaft wenden. Oder aber du gehst mit deinem Anliegen sofort zu deinem Arbeitgeber.

Schildere deine Situation, aber ohne zu unter- oder übertreiben. Bleibe sachlich in deiner Ausführung. Greife den Mobber nicht an und stelle ihn in kein schlechtes Licht.

Sachliche Darstellung ist hier das A und O. Zeige das du notfalls bereit bist, noch weitere Schritte zu gehen und du dir das Mobben nicht mehr gefallen lässt.

Bitte um Unterstützung, auch im Interesse der Firma. Mobbing schwächt den Teamgeist und die Produktivität in allen Bereichen.

5) Hole deine Kollegen mit ins Boot und erzähle ihnen vom Mobbig gegen dich

Mit Kollegen über Mobbing reden

Schweigen ist Silber-Reden ist Gold.

Halte mit deinem Problem nicht hinterm Berg.

So große Berge gibt es auch gar nicht.

Deshalb finde Kollegen, die dir in deiner Situation beistehen. Erzähle ihnen von den Mobbingattacken und bitte sie um Unterstützung.

Sobald der Mobber merkt, dass du nicht alleine bist, gibt er sein Vorhaben vielleicht auf. Auf alle Fälle aber, wird er es ab jetzt schwerer haben. Das kostet ihn Kraft und so manchen Mobber hat das schon den Wind aus den Segeln genommen.

6) Professionelle Hilfe bei Mobbing

Beratungsstellen gibt es wie Sand am Meer. Scheu dich nicht sie aufzusuchen.

Im Internet gibt es Anlaufstellen in Form von Foren, die dich beraten und unterstützen.

Auch die Arbeit mit einem Coach ist sehr unterstützend. Zusammen mit ihm entwickelst du im Coaching Fähigkeiten, um dich aus der vermeintlichen Sackgasse zu befreien.

Das Bewusstsein, weshalb du ein Mobbingopfer bist und das Erarbeiten von Grundlagen für einen konstruktiven Umgang mit diesem Problem, geben dir Stärke und Sicherheit. Es macht dich selbstbewusster und angstfreier.

(Sollte sich das Mobbing zu einem Trauma entwickeln, ist es sinnvoll sich in ärztliche Behandlung zu begeben. Schäm dich nicht dafür. Im Gegenteil: es braucht sehr viel Mut, sich dem Problem zu stellen!)

Denke immer daran:

Es liegt nicht an dir alleine, dass du gemobbt wirst. Dein Gegenüber hat das Problem, denn selbstbewusste Menschen haben es nicht nötig sich über andere zu stellen. Seine eigene Unsicherheit macht ihn zum Mobber.

Habe das Bewusstsein, dass du ein toller einzigartiger Mensch bist.

7) Mobbing: letzter Ausweg – Jobwechsel?

Fehlt dir der Mut und die Kraft dich gegen den Mobber zu wehren, dann bleibt dir als letzte Option ein Jobwechsel. Schaue dich frühzeitig nach Alternativen um.

Selbst wenn der Mobber damit sein Zeil erreicht hat.

Deine Gesundheit und deine Lebensqualität stehen eindeutig an erster Stelle!!!

Noch ein hilfreicher Tip von mir:

Schaue nicht weg, wenn jemand in deiner Umgebung gemobbt wird. Greife rechtzeitig ein. Verhindere damit Schlimmeres. Du kannst das.

Rufe dir immer wieder ins Bewusstsein, was für ein einzigartiger Mensch du bist. Sei großartig und einmalig.

Bist du auch schon einmal in deinem Leben Opfer von Mobbing geworden?

Wie hast du es geschafft, dich daraus zu befreien?

Ich bin sehr gespannt, was du zu berichten hast.

 

Deine Kirsten

 

 

 

 


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